Dezember 5th, 2011 Clu Maria
Mit dieser Frage quält sich so mancher, im BDSM noch unerfahrene Top. Zwar ist Sub im Kopfkino stets willig und bereit, aber kaum ein Mann ist so verblendet, nicht zu wissen, dass ein Revival des Haustyrannen oder schlichten Macho unterm BDSM-Banner nicht das ist, was FemSubs suchen.
Solche Zweifel sind also eher ein Güte-Siegel, nicht etwa ein Zeichen der Schwäche oder mangelnder Neigung. Die Frage ist auch für sich genommen interessant, führt sie doch mitten hinein ins BDSM-Paradox!
“Zeigen, was ich möchte, wünsche und will” - so beschrieb kürzlich ein Top in der SZ seine Dominanz - und berichtete, dass er schon allein damit im Gespräch mit Vanilla-Freunden auf Unverständnis stoße und der Egoismus-Vorwurf im Raum stehe.
Vermintes Gelände
Ist es aber wirklich schon egoistisch, die eigenen Wünsche klar auszusprechen? Was sagt diese Bewertung männlicher (!) Wünsche über die “normal” genannte Beziehungswelt? Lange schon halte ich den BDSM-Boom und insbesondere DS für eine seltsame “Blüte” auf den sumpfigen Gewässern unfreier und belasteter Beziehungsgeschichten. Diesen Beitrag weiter lesen »
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September 26th, 2011 Clu Maria
Dieser Beitrag erschien zuerst als Kommentar in der SZ. Ich bedanke mich bei Juan, dass er mir den Text überlassen hat. Er ist es Wert, in dieser ruhigeren Ecke mehr als ein paar Tage zugänglich zu bleiben. BDSM als Spiel mit überkommenen Rollenmustern, die wir nicht mehr “wirklich” zurück haben wollen - gefällt mir!
Intelligenz ist nicht gleich Intellekt und Akademiker sind auch nicht unbedingt Intellektuelle.
Wie schwer sich gerade Akademiker mit dem Sex tun, zeigt Goethes “Faust”, der, um eine Näherin zu verführen, einen Pakt mit dem Teufel eingehen muß.
Ein Intellekt ist eine Gabe. Es ist Widerspruchsgeist, der sich nicht einschüchtern läßt, der sich darauf verlegt, sich zu bilden, weil er eigentlich auch Probleme hat, sich als Widerspruchsgeist selbst zu verstehen. Es geht um den Anspruch, sich selbst ein eigenes Urteil zu bilden, auch auf die Gefahr, damit ganz gehörig immer wieder nur anzuecken. Es ist eben wie mit jedem Talent, anfangs ist es einfach nur ein ziemliche Belastung. Diesen Beitrag weiter lesen »
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April 3rd, 2011 Clu Maria
Für nicht wenige SM-Freunde ist Seilbondage zu kompliziert. Es dauert länger bis man jemanden schön verschnürt hat, deutlich länger als das Fesseln mit den praktischen Ledermanschetten. Zudem erfordert Seilbondage Lernbereitschaft und Übung bis man es so gut kann, dass es fließend funktioniert - also ohne dass man dabei in Bücher gucken muss oder sich heftig im Seil-Ikebana verstrickt.
Ein im Zusammensein zelebriertes und geschätztes DS-Verhältnis behindert ebenfalls manche Einsteiger: es wirkt nicht besonders dominant, wenn Top allzu deutlich anzumerken ist, dass er sich jetzt SEHR auf die Knoterei konzentrieren muss und auch mal was falsch macht. Mir persönlich haben da Workshop-Szenarien sehr geholfen: explizit zum Üben vorgesehene Stunden, in denen völlig klar ist, dass hier ein Handwerk erlernt wird und es nicht schon darum geht, Sub mit der Fesselung zu nerven, zu strafen, zu “quälen” oder besondere Machtlosigkeit spüren zu lassen. Ein Humor-fähiger Top, den eine spitze Bemerkung nicht aus der Fassung bringt, ist natürlich auch äußerst hilfreich! Diesen Beitrag weiter lesen »
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Januar 27th, 2011 Clu Maria
Als Kommentar zu einem älteren Artikel zum Thema “Demütigung im BDSM” schrieb mir Anna:
“Im Übrigen ist doch beim BDSM alles ein Spiel, also kann die Demütigung, die erlebt und genossen wird, doch nie eine wirkliche Demütigung sein. Das ist uns allen doch aber auch klar! Wir brauchen nur eine Definition, weil Menschen nun einmal Definitionsfetischisten sind. Man weiß, dass eigentlich alles nicht so ganz real ist, aber man spielt weiter, weil die Illusion, es sei real, so schön ist. Damit ist man dann glücklich.
Aber dann ist doch alles in Ordnung! Pass doch bitte ein bisschen auf, dass du vor lauter Kritik und “Das ist eigentlich alles gar nicht so, wie es scheint” nicht die Lust am Spielen verlierst, das kann nämlich sehr leicht geschehen…”
Dieses Argument, das eigentlich eine Sorge ist, höre ich öfter. Es hat mehrere Dimensionen, ich beginne mal mit dem Satz “aber man spielt weiter, weil die Illusion, es sei real, so schön ist.” Diesen Beitrag weiter lesen »
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Dezember 5th, 2010 Clu Maria
Ja, ich bin überzeugt, dass man nahezu jedem, der sich aufgeschlossen dem Experiment hingibt, den viel gerühmten “Lustschmerz” vermitteln kann. Schließlich praktizieren auch manche Sauna-Freunde das Auspeitschen mit Fichtenzweigen nach dem Schwitzen - und genießen es, obwohl es für unbedarfte Dritte durchaus nach “aua!” aussehen kann.
Lernbar ist aus meiner Sicht allerdings wirklich nur “Lust-Schmerz” - und nicht die nur bestimmten Menschen zugängliche Variante, bei der Bottom den Schmerz “als Schmerz” und das eher heftig erleben will, also über die Grenze hinaus gegangen wird, wo noch “Erotisierung” möglich ist. Diesen Beitrag weiter lesen »
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Oktober 13th, 2010 Clu Maria
Angesichts der tief gehenden Wirkungen und psychisch oft spektakulären Effekte der BDSM-Praxis taucht immer wieder die Frage auf, ob BDSM Therapie sein kann. Die Frage spaltet dann regelmäßig die Geister: während die einen die Idee strikt ablehnen, hängen ihr andere recht intensiv an - was wiederum zu Ressentiments zu führen scheint, wenn etwa ein Top auf eine “therapie-willige” Sub trifft.
Persönlich hab’ ich noch keinen “Therapie-ambitionierten” Top kennen gelernt - wohl aber solche, die an den Ergebnissen meiner Gedanken über unsere gemeinsamen Erfahrungen sehr interessiert waren. Dennoch halte ich die Rede vom “BDSM als Therapie” für eine Art Sprachverwirrung, wie sie in diesem Kontext ja nicht selten anzutreffen ist. Diesen Beitrag weiter lesen »
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September 26th, 2010 Clu Maria
Unglücklicherweise ist der Begriff “devot” im SM-Bereich ein Überbegriff für alle “Subs” geworden - obwohl von diesen gefühlt 85 bis 98% nicht wirklich “unterwürfig” ihrem Partner/Gespielen gegenüber sind.
Dem Partner gefallen wollen, ihm erotisch möglichst viel Lust bereiten, ihm zuliebe auch Ungeliebtes tun - das machen auch verliebte Vanillas und niemand würde sich deshalb als “devot” bezeichnen. Dass sich das Hingabe- und Unterwerfungsverlangen, dass insbesondere Einsteiger/innen recht heftig verspüren, noch nicht einmal an eine konkrete Person richtet (die wird ja erst gesucht!), zeigt eigentlich überdeutlich, dass es sich hierbei nicht um eine Devotheit im Sinne der deutschen Wortbedeutung (”unterwürfig”) handelt. Sondern um ein Gefühlsgemenge, das sich auf gar nicht uneigennützige, allein dem Wohl des Partners verpflichtete “Dienste” richtet. Diesen Beitrag weiter lesen »
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Juni 14th, 2010 Clu Maria
Die Frage, ob Dominanz “naturgegeben” oder erlernbar ist, gehört zu den häufig wiederkehrenden Themen in einschlägigen SM-Foren. Dabei betonen die einen, dass eine bloß erotische Dominanz ganz gewiss nicht ernsthaft und echt sein könne, wenn der “Dom” nicht auch im Alltag ein beruflich weit oben angesiedeltes “Alpha-Tier” sei, das vor Führungsqualitäten nur so strotzt. Für die Gegenseite ist dagegen alles lernbar, natürlich auch dominantes Verhalten - und damit sprechen sie all denen aus der Seele, die nicht mit einem Führungsjob glänzen können, aber doch gerne beim SM den aktiven Part spielen.
Dominanz ist machbar
Ich sage dazu: Dominanz im BDSM ist MACHBAR - ob man das “Lernen” nennt, ist Geschmacksache. Von der beruflichen Stellung lässt sich nicht auf die erotische Präferenz zurück schließen: schließlich neigen viele “alltagsdominante” Männer und Frauen zur Sub-Seite, um sich da endlich mal fallen lassen zu können und vom fortwährenden Regie führen zu entspannen. Diesen Beitrag weiter lesen »
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März 31st, 2010 Clu Maria
Es geht wohl vielen so, die anfangen, ihre viele Jahre weggedrückten BDSM-Fantasien auszuleben: ist endlich ein passender Partner gefunden, schwebt Sub im siebten Himmel und erlebt all das Neue als einen mitreissenden Rausch, der keinen Stein des bisherigen Lebens auf dem anderen lassen will.
Insbesondere der im “normalen Leben” für heutige Frauen gar nicht mehr in Betracht kommende, ja sogar tendenziell tabuisierte Wunsch, sich einem Mann zu “unterwerfen”, seiner Lust zu dienen und seinen Befehlen zu gehorchen, entfaltet im Fall der Erfüllung in Gestalt einer sogenannten “DS-Beziehung” einen starken Sog. Gerade WEIL frau sich überwunden hat und nun etwas ganz entgegen der allgemeinen “Moral” auszuleben bereit ist, wirkt das Neue ganz außerordentlich spektakulär und beglückend. Genau wie die Entspannung nach einer heftigen körperlichen Anstrengung sehr lustvoll sein kann, so ist auch das letztendliche Ausleben eines bisher unterdrückten Begehrens ungemein beglückend: Man hat das Gefühl, “endlich angekommen” zu sein und hält das Entdeckte nun für das eigene “wahre Wesen”. Diesen Beitrag weiter lesen »
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März 5th, 2010 Clu Maria
Immer wieder wundern sich Neulinge, dass es sich mit der “Lust am Schmerz” im BDSM nicht ganz so einfach verhält. Tatsächlich sind diejenigen eine winzige Minderheit, für die Schmerz an sich lustvoll ist - also auch die Emfpindungen bei einem kleinen Unfall, einem Schnitt in die Hand oder dergleichen.
Recht viele SM-Praktizierende können jedoch moderate Schmerzen (hauen, kneifen, beißen etc.) im Rahmen sexueller Erregung in Lust verwandeln - allerdings nur bis zu einem bestimmten Intensitätslevel: dann bricht die sexuelle Lust weg. Diese softe Variante nenne ich Sex-SM: beileibe nicht als Abwertung (wir sind schließlich nicht auf der Maso-Olympiade!), sondern um eine Unterscheidung zu haben, wenn ich drüber rede und schreibe. Diesen Beitrag weiter lesen »
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