Vom Yoga der dunklen Erotik: Alle Beiträge in diesem Blog handeln von einvernehmlichem SM: physische und psychische Praktiken, die zur beiderseitigen Lust im erotischen Kontext inszeniert und erlebt werden.

Demütigung im BDSM - und ihr Verschwinden

Dezember 13th, 2009 Clu Maria

Neben der “Lust am Schmerz” ist es vielfach die Demütigung, die in den submissiven Fantasien eine große Rolle spielt. Auch hier waltet das bekannte SM-Paradox: Man will, was man “eigentlich” NICHT will - und gerade das erregt.

Ich interpretiere diesen Aspekt der Neigung mittlerweile als das Verlangen eines unvollständigen Selbstwertgefühls nach Bewährung, Bestätigung, Sieg.

Das heißt gerade nicht, dass man von dieser “Unvollständigkeit” bewusst etwas wissen muss, denn auch sehr erfolgreiche und von vielen geschätzte Personen können so einen “Knacks” haben, der meist aus lang vergangenen Zeiten stammt: wie eine alte Narbe am Gemüt, die eben noch juckt, weil sie heilen will.

Und in der Praxis heilt diese Narbe dann auch, denn in der Regel erlebt Sub, dass die jeweiligen Situationen doch “bestanden” werden. Die in den Momenten der Demütigung erlebte Intensität, die teife Berührung, das irgendwie “Grandiose” am “ganz unten sein” ist im Grunde die Euphorie der Erkenntnis, dass einen das nicht etwa umbringt. Im Gegenteil, das Erlebnis kann sogar Stolz zur Folge haben, der darin wurzelt, “sowas” eben doch durchleben zu können - und NICHT daran zu verzweifeln. Diesen Beitrag weiter lesen »

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Eine Frau erforscht ihre submissive Seite: Blue

Dezember 2nd, 2009 Clu Maria

Beim Gentledom gibts ein sehr spannendes, gut geschriebenes Blog von Blue: eine Frau, die über ihre BDSM-Erfahrungen schreibt und dabei all die Zweilfel, Ängste und Ambivalenzen nicht auslässt.

Blue lebt in einer langjährigen Beziehung, in der sie auch “das Spiel” mit ihrem geliebten Mann teilen kann - ABER, Ihr ahnt es sicher: es ist nicht gerade leicht, in einer vertrauten Beziehung die nötige Distanz zu erzeugen und durchzuhalten, die es erfordert, damit Sub sich auch wirklich als Sub fühlen kann. Das Wissen um die Liebe und Rücksichtnahme des Partners steht allerlei “dunklen Gefühlen” entgegen, die eine Frau gerne erleben möchte, wenn sie sich einem “Dom” hingibt. Schwierig, wenn der gemeinsame Alltag mit seinen Problemchen und Sicherheiten im Hinterkopf doch immer mitläuft!

Es ist spannend, mitzulesen, wie Blue diese Problematik erlebt und auch Wagnisse eingeht, ohne ihren Mann zu hintergehen. Mehr verrate ich hier aber nicht, dass müsst Ihr selber lesen: auf Blues Blog beim Gentledom.

Gentledom

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SM-Klischees

Dezember 1st, 2009 Clu Maria

Wie halten wir es eigentlich mit den vielerlei BDSM-Klischees? Muss Sub immer in HHH (Highheels, Halsband, Halterlose) eingekleidet sein, wogegen Top nur in schwarzer Lederhose “dommig” genug wirkt? Werden “Sklavenhaltungen” nicht im Dauergebrauch öd? Und wie oft soll sich eine Sub von der Forderung, “nichts drunter” zu tragen, beeindrucken lassen?

Manchmal finde ich es schon fast komisch, wenn BDSMler gar nicht merken, wenn sie im “Formen nachempfinden” in eine Richtung abfahren, die dem ursprünglichen Kink geradezu entgegen gesetzt ist. Diesen Beitrag weiter lesen »

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SM ohne Sex ?

September 13th, 2009 Clu Maria

Die Frage nach dem “Sinn” bzw. dem Wie und Warum von SM-Sessions OHNE klassischen GV mit Orgasmus als Ende, wird häufig gestellt. Als nicht ganz ernst gemeinter Running Gag hält sich der Spruch “SMler ficken nicht” quer durch die Foren der Szene. Aber was ist wirklich dran am “SM ohne Sex”?

Ein Top stellte die Frage neulich recht konkret:

“Aber wohin führt das dann? Ich meine, man ist dann total aufgeheizt - hört man dann trotzdem einfach auf oder wie muss ich mir das vorstellen!? Geht es womöglich gar nicht um Sex? Und wenn nein, worum dann?”

Für mich kann eine Session sehr wohl geil im üblichen Sinne sein - also mit sexueller Erregung verbunden. Schmerzreize bewegen sich dann auf einem niederen Level, Ausflüge hin zu “richtig weh” sind kurz und werden schnell durch angenehmeres ausgeglichen, mit erotischen Stimuli abgewechselt.

Das ist recht nett und kann durchaus mal zu GV mit Orgasmus oder einem anderweitig herbei stimulierten Orgasmus führen. Dieser beendet dann allerdings erstmal die Lust auf MEHR, bzw. man kommt “in Verfolgung der sexuellen Erregungskurve” gar nicht in die andere Dimension des Genießens, die das Surfen auf dem “Lustschmerz”, wenn er nicht mehr nur Lust ist, ermöglicht. Diesen Beitrag weiter lesen »

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Entlastung

September 1st, 2009 Clu Maria

Heut’ hab ich auf Domantik bekannt gegeben, dass ich alle Pläne und Ideen zur Wieder-Errichtung einer Com oder auch nur eines Magazins aufgebe. Ich will die frühere DOMANTIK-Geschichte nicht weiter schreiben und möchte auch nicht, dass Andere etwas derartiges noch weiter erwarten.

Damit ist jetzt also Schluss und ich fühl’ mich befreit! Vielleicht führt das dazu, dass ich HIER wieder öfter schreibe - aber nur vielleicht. Die Schattenwelten sind schließlich ein “Just-for-fun-Blog”, also fühl ich mich da auch keiner Frequenz verpflichtet.

Fakt ist auch, dass ich in Sachen BDSM im Moment keine eigenen Fragen mehr habe.

Vielleicht hast ja DU eine? Oder einfach ein Thema, das dir HIER fehlt?

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Toleranz-Grenze: Bodymodifications / Extrem-CBT

August 31st, 2009 Clu Maria

Nö, es geht nicht um mich, sondern um das, was ich alles sehe und lese, wenn ich mich in den bekannten SZ-Foren herum treibe. Vielleicht bilde ich es mir ja ein, aber für mein Empfinden gibt es immer mehr Menschen, die sich gerne verstümmeln möchten oder es bereits getan haben. Der Gipfel war kürzlich die Anfrage eines Mannes, der sich allen Ernstes den Penis längs aufschneiden wollte - und in der Diskussion, die dann folgte, wurden Links auf Videos gepostet, die solche “Operationen” auch zeigten. Gruslig! Ich konnte nur wenige Sequenzen anschauen, dann war mir schon richtig schlecht und ich hab’ es weggeklickt.

Fakt ist: ich falle da raus aus der gern kolportierten Toleranzformel “your kink is not my kink, but your kink is ok”. Denn ich finde es NICHT OK, sich bleibende Schäden zuzufügen, sich zu verstümmeln oder das männliche Genital dermaßen zu malträtieren, dass man gar nicht mehr sieht, um was es sich eigentlich handelt - von einer “Benutzung” im üblichen Sinne ganz zu schweigen! Diesen Beitrag weiter lesen »

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BDSM und das Thema NÄHE

Juli 28th, 2009 Clu Maria

Ein Thema, das ich kürzlich in der SZ intensiver behandelte, will ich hier mal zur Diskussion stellen - es beginnt mit drei Fragen:

  1. Was ist Nähe? Ganz konkret: Wann fühlt Ihr Euch einem anderen Menschen nah?
  2. Ist NÄHE in Bezug auf Euer BDSM-Erleben ein BESONDERES Thema? Inwiefern?
  3. Sehnt Ihr Euch nach Nähe oder fürchtet Ihr sie? Ist SM und/oder DS für Euch ein Mittel, jemandem besonders nahe zu kommen? Oder ist es im Gegenteil eine Methode, DISTANZ zu wahren und Nähe eben NICHT erleben zu müssen?

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Domantik: einfach mal anfangen…

April 28th, 2009 Clu Maria

…hab ich mir gedacht, nachdem nun schon fast ein Jahr verstrichen ist, seit ich die Domain Domantik.de übernommen habe. Domantik war mal ein beliebtes Mag mit Foren, Chat, Anzeigen, Storys und einem SM-Lexikon, an das mich sentimentale Erinnerungen binden. Noch heute sprechen frühere Leser/innen vom Geist von Domantik, der so ganz anders war als der etwas rüde Umgangston, der heute in bekannten SM-Coms herrscht. Diesen Beitrag weiter lesen »

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Vom Vertrauen im BDSM

März 1st, 2009 Clu Maria

Vertrauen ist ein im BDSM-Zusammenhang häufig missbrauchtes Wort, denn es wird gern benutzt, um ganz andere psychische Befindlichkeiten zu beschreiben.

Etwa, wenn sich zwei Menschen treffen, die sich nur aus ein paar E-Mails kennen, und nun “ohne lange Vorlaufzeit” eine Session miteinander wagen. Was Sub hier fühlt, ist nicht “Vertrauen”, sondern Hoffnung und Erlebnisgeilheit - zusammen mit der Spekulation, unter SMlern auch nicht mit größerer Wahrscheinlichkeit auf einen Psychopathen zu treffen als bei einem normalen Date. Letzteres könnte man ja noch zur Wortbedeutung von “Vertrauen” rechnen, doch wird hier nicht wirklich dem noch unbekannten Partner vertraut, sondern der allgemeinen Lebenserfahrung. (Die Konto-Zugangsdaten würde Sub ihm ja wohl nicht gleich geben, selbst wenn sie sich von ihm fesseln lässt.) Diesen Beitrag weiter lesen »

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Vom Verschwinden eines Kicks

Dezember 31st, 2008 Clu Maria

Die beeindruckende Story von Trotziger Stolz über das Ringen einer Sub mit sich selbst, über den Zwiespalt zwischen nachgeben bzw. sich unterwerfen und Widerstand um jeden Preis, zeigt in aller Schärfe den Dreh- und Angelpunkt der submissiven Neigung, wie ich sie selbst lange Zeit spürte. Sub sucht diese Herausforderungen, Top fordert das “Nachgeben” mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln, und dann werden die Dinge “an die Grenze gespielt”, an der Sub es (vielleicht…) endlich schafft, den Widerstand aufzugeben. Diesen Beitrag weiter lesen »

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Letzte Kommentare:

Demütigung im BDSM - und ihr Verschwinden (7)

Clu: Die Ernüchterung kommt ganz gewiss nicht aus der Analyse, die dem Erleben ja erst folgt. Die ist vielmehr eine...

KlirrKlirr: Die aus der “Normalisierung” resultierende Nüchternheit ist ja ein Ergebnis Deiner genauen...

frau: hallo clu! vielen dank für deinen mut zu nüchternen einsichten, sie interessieren und wie! vor allem solche...

Clu: @nachtSonnen: nein, Ernüchterung ist, wenn es keine Ambivalenz mehr gibt - sondern eher ein Kopfschütteln im...

nachtSonnen: Ich lese Deine Beiträge gerade gerne, weil sie nicht auf die Erwartung an ‘Romantik und...

Clu: Hi Gentledom, das macht mich glücklich! Wenn auch nur EINER diese meine “normalisierten”...

Gentledom: Ein wirklich sehr gelungener Text der mir eine der wenigen offenen Fragen, welche sich mit den Jahren...

SM-Klischees (3)

The Jester: Klischees sind zum einen ein schöner Steinbruch: Da liegt ein Haufen Bausteine herum, die man sich...

Clu: Ist BDSM für dich nur Grenzüberschreitung? Dein erster Satz lässt es vermuten. Für mich sieht es so aus,...

Jerome: Wunderschöner Beitrag - stell Dir vor es gibt keine Normen mehr - dann wäre BDSM verschwunden, denn es...