Vom Yoga der dunklen Erotik: Alle Beiträge in diesem Blog handeln von einvernehmlichem SM: physische und psychische Praktiken, die zur beiderseitigen Lust im erotischen Kontext inszeniert und erlebt werden.

Zum Thema "Szenen & Geschichten"

Demütigung im BDSM - eine Interpretation

Dezember 13th, 2009 Clu Maria

Neben der “Lust am Schmerz” ist es vielfach die Demütigung, die in den submissiven Fantasien eine große Rolle spielt. Auch hier waltet das bekannte SM-Paradox: Man will, was man “eigentlich” NICHT will - und gerade das erregt.

Ich interpretiere diesen Aspekt der Neigung mittlerweile als das Verlangen eines unvollständigen Selbstwertgefühls nach Bewährung, Bestätigung, Sieg.

Das heißt gerade nicht, dass man von dieser “Unvollständigkeit” bewusst etwas wissen muss, denn auch sehr erfolgreiche und von vielen geschätzte Personen können so einen “Knacks” haben, der meist aus lang vergangenen Zeiten stammt: wie eine alte Narbe am Gemüt, die eben noch juckt, weil sie heilen will.

Und in der Praxis heilt diese Narbe dann auch, denn in der Regel erlebt Sub, dass die jeweiligen Situationen doch “bestanden” werden. Die in den Momenten der Demütigung erlebte Intensität, die teife Berührung, das irgendwie “Grandiose” am “ganz unten sein” ist im Grunde die Euphorie der Erkenntnis, dass einen das nicht etwa umbringt. Im Gegenteil, das Erlebnis kann sogar Stolz zur Folge haben, der darin wurzelt, “sowas” eben doch durchleben zu können - und NICHT daran zu verzweifeln.

Story: split-screen

Dezember 28th, 2008 Clu Maria

Ich freue mich, diese beeindruckende Szene hier veröffentlichen zu dürfen und danke Trotziger Stolz für den schönen Beitrag! Mehr von der Autorin liest man in ihrem Nachtwaerz-Blog.

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Da war sie wieder, die eigene innerliche Kälte. Manchmal schlich sie sich einfach so an sie, Hand in Hand mit der Ratlosigkeit um das warum.
Das Wollen dessen was ihr so zu eigen war und dies innerliche, trotzige wehren dagegen.
Gespalten, wie zwei in sich, die gegeneinander kämpften.
Die eine, die verzweifelt darum rang endlich zu Boden sinken zu dürfen.
Die andere, die bei jedem Versuch sie dorthin bringen zu wollen die Krallen ausfuhr, böse Worte und Blicke sandte, Gift und Galle spie. An der alles eine Warnung war: Wage es ja nicht! Nicht jetzt und hier.

Story: Zehn Schuss - von Joerg Gum

November 17th, 2007 Clu Maria

Ich freue mich, diese sensible Story mit den leisen Tönen hier veröffentlichen zu dürfen und danke Jörg Gum für den schönen Beitrag!

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Jahrmarkt, eine bunte Mischung aus knallbunten Lichtern, Geruch nach Zuckerwatte, abgerissene überall herum liegende Enden von Losen, Geschrei, Gekreisch, billige Rummelmusik. Ein billiges Vergnügen und ein Dukatengrab ersten Ranges in einem.

Mit einem zielsicheren, hintergründigen und ganz und gar nicht harmlosen Lächeln lenkt sie mich auf direktem Wege in Richtung Schießbude. “Mein Sklave, ich suche schon den ganzen Abend nach einer Bewährungsprobe für dich. Bzw. nach einer Strafe, die dich erwartet, wenn du versagst.” Ich nicke nur stumm. Ihre sadistische Phantasie ist schier grenzenlos. Und sie versteht es meisterhaft, mich glauben zu machen, mein Schicksal liege ganz allein in meinen Händen. Obwohl sie, diese so liebenswert gefährliche Schlange, die ganze Zeit natürlich die Kontrolle über die Situation ausübt und die Fäden zieht. Der Rummelplatz scheint ihr offensichtlich auch nur ein Betätigungsfeld dazu zu sein, mir neue Erfahrungshorizonte zu vermitteln. Ich stöhne innerlich.

Blinddate

Juni 21st, 2006 Clu Maria

Dies ist die erste Geschichte eines Gastautors in diesem Blog - ich danke ‘Ästhet’ für die Erlaubnis, den beeindruckenden Text hier auszustellen!

„Bin ich schön?“, hatte sie mich gefragt und dabei das „ö“ provozierend in die Länge gezogen. „Bin ich schön?“
Ich habe nicht geantwortet, weil ihr Gesicht von einer Ledermaske verborgen war, die bis zu ihrem Hals reichte. Außerdem war es dunkel im Zimmer, sodass ihr Kopf nur schemenhaft erkennbar war. Lediglich eine Wandleuchte warf den Lichtkegel auf ihren nackten Körper, lenkte meine Augen auf ihre Brüste, auf das zarte helle Weiß ihrer Haut, auf die stählernen Ringe an ihren erdbeerroten Warzen. „Bin ich schön?“, hatte sie gefragt – so sanft, dass es mir tief ging und mein Schwanz allein durch den Klang ihrer Stimme erigierte.

SM-Geschichten schreiben

Januar 27th, 2006 Clu Maria

Es war ein recht spontaner Akt, die Story „Die Hütte im Schnee“ hier zu veröffentlichen. Ich hatte in einer Community einen Text kritisiert und bekam als Antwort, dass man von MIR ja noch keine Story gelesen hätte. Tja, klarer Fall von Eitelkeit! Zeigen, dass ich es auch kann… ach je! Selbst im vorgerückten Alter bin ich offensichtlich dagegen nicht immun. :-)

Die Huette im Schnee - eine Wintergeschichte

Januar 23rd, 2006 Clu Maria

(eine erotische Fantasie)

Der Schnee knirschte unter jedem ihrer Schritte. Wie weit würde sie noch gehen müssen? Ihr Atem schwebte als heller Nebel vor ihrem Gesicht, es war kalt, sehr kalt. Der Weg schlängelte sich steil den Berg hinauf, die frische Schneedecke glänzte, gänzlich unberührt – hätte sie nicht eigentlich seine Fußspuren sehen müssen? Vermutlich hatte es nachts Neuschnee gegeben, als sie noch schlafend im Intercity-Night lag. Die rationale Erklärung reichte nicht ganz hin, um ihr das Gefühl der Verlassenheit zu nehmen, dass sie angesichts dieser unberührten Weiße überkam.

Morgenstunde

Januar 21st, 2006 Clu Maria

So leise wie möglich stecke ich den Schlüssel ins Schloss und drehe ihn einmal um sich selbst. Die Tür öffnet sich mit einem “klack”, hastig trete ich ein und schließe sie hinter mir. Im dunklen Flur ist es vollkommen still. Reglos lausche ich in die Dämmerung: höre ich ihn vielleicht atmen? Ich spüre, wie aufgeregt ich bin: noch immer hält mich der Groll der letzten fünf Stunden fest im Griff. Der 15-minütige Fußweg von meiner zu seiner Wohnung durch die kühle Morgenfrische hat nicht gereicht, mich zu beruhigen. Oh, und ich will mich auch gar nicht beruhigen! Verdammt, er soll es mitkriegen, wie ich mich fühle: stinksauer, erschöpft von der durchwachten Nacht, todmüde - und ganz gewiss nicht geil!

Das erste Mal: Eine Begegnung mit der Peitsche

Januar 1st, 2006 Clu Maria

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Mutig per Email


“Ich werde auf alles zurückgreifen, was du mir anbietest, nur eben nicht dann, wenn du es dir gerade wünschst!”

Es klang beiläufig dahin gesagt, wie eine Allerweltsbemerkung über das Wetter, doch mich berührten die Worte wie ein Schlag auf die Schulter während einer ZEN-Session: Auf einmal war ich sehr sehr wach, balancierte plötzlich auf dem Grat zwischen Schrecken und Abenteuerlust, Angst und Verlangen.


Letzte Kommentare:

Sich wandelnde Motive zur “Lust am Schmerz” (3)

Clu: Aus meiner Sicht kann Kathasis kein ZIEL sein, sondern ERGIBT sich bei entsprechender Einstellung und Verfassung...

Lady Jana: Neulich hab ich ein Mittel gegen Migräne “erfunden” - die Hände eine Weile unter relativ...

Lady Jana: > Allerdings hat sich durch die “Spielerfahrungen” meine Fähigkeit, Schmerzen zu neutralisieren...

Angst vor Switchern? (2)

Lady Jana: ja, und was passiert wenn beide Switcher sind und gleichzeitig zu gleicher Seite switchen wollen? *grusel*...

frau: hallo clu! vielen dank fĂĽr den artikel ĂĽber s switchen - dem kann ich nur voll zustimmen die meisten menschen...

Das erste Mal: Eine Begegnung mit der Peitsche (16)

Clu: @Oleg: Deine gute Absicht in allen Ehren, aber den Umgang mit Schlaginstrumenten muss man m.E. nicht unbedingt...

Oleg: Nein, ich glaube nicht dass es so interessant wird zu beschreiben wie der dominante Mann seine erste BerĂĽhrung...

DemĂĽtigung im BDSM - eine Interpretation (10)

Clu: Ich freue mich, dass es Menschen gibt, die mit diesen Texten was anfangen können. Grad bin ich schreibmäßig...

Warum Unterwerfung?? (11)

Clu: @Jana: Keinen Text kann man absolut setzen - auch diesen nicht! :-) Auch in DS-Beziehungen restauriert sich...

IMMER in der Rolle oder nur während der Session? (1)

Lady Jana: sehr realistisch geschrieben, ich fĂĽhle sehr ähnlich… Danke Dir fĂĽr die präzise Formulierungen!