Vom Yoga der dunklen Erotik: Alle Beiträge in diesem Blog handeln von einvernehmlichem SM: physische und psychische Praktiken, die zur beiderseitigen Lust im erotischen Kontext inszeniert und erlebt werden.

Was ist Kopfkino?

Mai 12th, 2006 Clu Maria

Im Kopfkino zeigt die Psyche Filme von dem, was im Leben fehlt. Es kommt dabei aber nicht auf die konkreten Bilder an, sondern auf die Gefühle, die mittels dieser Bilder erlebt werden. Es sind Gefühle, die aus verschiedensten Gründen im bewussten Alltag erfolgreich gemieden werden (man ist ja so cool!) - und/oder bei manchen auch Gefühle, die in früheren Jahren allzu leidvoll und intensiv erlitten wurden und DESHALB auf die Giftliste der persönlichen Lebensdisziplin gekommen sind.

Was in die Schattenwelt der Psyche verdrängt wird, meldet sich dann mittels “Kopfkino” wieder. Erotisch aufgeladen, ans Erotische geknüft, weil ja auch das spontan Sexuelle in der Regel “zivilisiert” und domestiziert wurde, sprich: meistens verboten ist, nur zu besonderen Gelegenheiten mit vielerlei Voraussetzungen erlaubt.

Was das Kopfkino zeigt, mag Jahrzehnte lang als Sehnen erlebt werden, doch es für “den Weg”, für das Ganze, das “Eigentliche” zu halten, ist ein Irrtum. Einer, dem erstmal aufzusitzen, kaum vermeidbar ist - es ist ja so faszinierend, erfüllend, sich dieser Dimension zu öffnen: ein bisschen wie heimkommen…

So fühlt es sich eben an, wenn wir einen Teil unseres Wesens wieder finden, ihn wieder fühlen und leben lassen. Ich empfand es als “wieder ganz werden”, als heilen und wachsen - und indem es geschah, dauerte es gar nicht mehr so lange, bis ich bemerkte, dass es DOCH nicht ALLES ist. Sondern alles bisher Bekannte (z.B. die dominante Seite, aber auch vieles Andere) seinen Wert behält und EBENSO erotisch kreativ gelebt werden kann, wie das, was ich - im Streben nach Umsetzung des Kopfkinos - in den ersten Jahren Praxis für “meinen BDSM/meine Erotik/meine Bestimmung hielt und lebte.

Heute erlebe ich kein Kopfkino mehr wie früher - nur geile Ideen, was mein Liebster und ich demnächst auch noch mal machen könnten. Durchaus lustvoll, aber nicht “eigendynamisch drängend” wie das frühere “dunkle Sehnen”, das immer auch etwas leidvolles hatte.

Echt: ich vermisse es nicht! Bye Kopfkino!

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