Dominanz und Unterwerfung als kreative Utopie
August 6th, 2007 Clu MariaDies ist ein Gast-Beitrag von JördsĂłn, einem Leser der “Schattenwelten”, dessen substanzielle Kommentare mich auf die Idee gebracht haben, ihn um eine Art Interview zu seinem Verständnis von »Dominanz und Unterwerfung« zu bitten. Heraus gekommen ist ein spannendes Selbstzeugnis über eine sehr individuelle Art, DS zu leben.
1. Wie alles begann
Clu: Wie hast du eigentlich deine “besondere Erotik” entdeckt? Was war “anders” in deinem Erleben, was hat dich auf die Idee gebracht, du könntest “anders” sein? Und: Hast du es immer lustvoll oder auch mal leidvoll erlebt, “so zu sein”?
JördsĂłn: Meine bewusste BDSM-Neigung entwickelte sich recht früh: mit dem Einsetzen der Pubertät (so im Alter von 12 bis 14). Im Nachhinein stellte ich allerdings fest, dass es vor dieser Zeit bereits Ansätze gegeben hatte, die von mir aber gar nicht entsprechend wahrgenommen worden waren.
Sexuelles Empfinden jedoch habe ich von Anfang an mit Phantasien körperlicher Qual wie z.B. Drill bis zur Erschöpfung verbunden. In den ersten Jahren durchaus mit switchenden Gefühlen, nicht zuletzt, da ich mir meiner Empfindungen sehr unsicher war und sie “wegmachen”, bzw. mich selbst dafür bestrafen wollte. Zu sagen, es wäre “immer nur lustvoll” gewesen, hieße also, die Tatsachen ziemlich auf den Kopf zu stellen. Zunächst war es für mich - und zwar über mehrere Jahre - eine ausschließlich unangenehme Erfahrung. Ich fühlte mich anders, seltsam, schuldig, hilflos gegenüber meinem Bedürfnis. Dies sollte sich erst mit Anfang 20 legen.



