Vom Yoga der dunklen Erotik: Alle Beiträge in diesem Blog handeln von einvernehmlichem SM: physische und psychische Praktiken, die zur beiderseitigen Lust im erotischen Kontext inszeniert und erlebt werden.

Beiträge aus dem August 2007:

Fesseln mal anders: Bondage mit Stuhl

August 21st, 2007 Clu Maria

Stuhlbondage“Auf den Stuhl fesseln” kann man das echt nicht nennen, was der mittlerweile nicht mehr nur Berlinern bekannte Bondage-Lehrer ProMeToys mit seinem Model Tweety Monroe hier angestellt hat! Als ich das Bild sah, war ich fasziniert - es sieht geradezu “klassisch” aus, und doch bin ich auf dieses Motiv noch nirgends gestoßen. Ich fragte neugierig nach, wie das Bild entstanden ist.

ProMeToys: “Die Idee hatte ich schon lange im Kopf, doch fehlte bisher der richtige Stuhl - der muss nämlich sehr stabil und von der richtigen Form sein. Als ich den Stuhl im Peitschenhandel sah, hab’ ich nur noch ein paar Monate auf den richtigen Moment gewartet. Gefesselte Menschen auf liegenden Stühlen hatte ich schon ein paar gesehen, allerdings kaum Bilder von “gekippten” & gefesselten Menschen auf normal stehenden Stühlen.”

Clu: Wie fordernd ist denn die Stellung für die Gefesselte?? Lässt sich das gut aushalten?

ProMeToys: “Tweety schätzt diese Fesselung als recht bequem ein. Ich denke, solange der Knick im Bauch (d.h. an der Sitzkante) flach genug ist, sodass die Stuhlkante nicht in den Magen-Darmbereich drückt, und die Person sich am Boden auf den Schultern abstützen kann, ist die Fesselung wirklich bequem.”

Na, mal sehen, ob ich das mit einem meiner Stühle ausprobieren kann, bzw. ob mein Liebster Lust hat, mich mal in diese spannende Lage zu bringen!

Stuhlbondage Wer Lust auf kreative Fesselungen hat, findet auf Fesseltrieb.de Anschluss: ProMeToys ist Veranstalter des Fessel-Events “BeBop”, eine Veranstaltung, die regelmäßig in wechselnden Räumlichkeiten stattfindet. (Man lernt dabei auch manche Berliner SM-Location kennen, ohne sich gleich alleine oder als Paar ins Ungewisse stürzen zu müssen!). Daneben gibt’s auch richtige “Fesselstunden” für lernbegierige Fessler, damit die Hände nicht einrosten oder neue Fesseltechniken gelernt werden können. Und hochwertige Seile zu günstigen Preisen muss man ebenfalls nicht lange suchen…

Dominanz und Unterwerfung als kreative Utopie

August 6th, 2007 Clu Maria

Dies ist ein Gast-Beitrag von JördsĂłn, einem Leser der “Schattenwelten”, dessen substanzielle Kommentare mich auf die Idee gebracht haben, ihn um eine Art Interview zu seinem Verständnis von »Dominanz und Unterwerfung« zu bitten. Heraus gekommen ist ein spannendes Selbstzeugnis über eine sehr individuelle Art, DS zu leben.

1. Wie alles begann

Clu: Wie hast du eigentlich deine “besondere Erotik” entdeckt? Was war “anders” in deinem Erleben, was hat dich auf die Idee gebracht, du könntest “anders” sein? Und: Hast du es immer lustvoll oder auch mal leidvoll erlebt, “so zu sein”?

JördsĂłn: Meine bewusste BDSM-Neigung entwickelte sich recht früh: mit dem Einsetzen der Pubertät (so im Alter von 12 bis 14). Im Nachhinein stellte ich allerdings fest, dass es vor dieser Zeit bereits Ansätze gegeben hatte, die von mir aber gar nicht entsprechend wahrgenommen worden waren.

Sexuelles Empfinden jedoch habe ich von Anfang an mit Phantasien körperlicher Qual wie z.B. Drill bis zur Erschöpfung verbunden. In den ersten Jahren durchaus mit switchenden Gefühlen, nicht zuletzt, da ich mir meiner Empfindungen sehr unsicher war und sie “wegmachen”, bzw. mich selbst dafür bestrafen wollte. Zu sagen, es wäre “immer nur lustvoll” gewesen, hieße also, die Tatsachen ziemlich auf den Kopf zu stellen. Zunächst war es für mich - und zwar über mehrere Jahre - eine ausschließlich unangenehme Erfahrung. Ich fühlte mich anders, seltsam, schuldig, hilflos gegenüber meinem Bedürfnis. Dies sollte sich erst mit Anfang 20 legen.


Letzte Kommentare:

Sich wandelnde Motive zur “Lust am Schmerz” (3)

Clu: Aus meiner Sicht kann Kathasis kein ZIEL sein, sondern ERGIBT sich bei entsprechender Einstellung und Verfassung...

Lady Jana: Neulich hab ich ein Mittel gegen Migräne “erfunden” - die Hände eine Weile unter relativ...

Lady Jana: > Allerdings hat sich durch die “Spielerfahrungen” meine Fähigkeit, Schmerzen zu neutralisieren...

Angst vor Switchern? (2)

Lady Jana: ja, und was passiert wenn beide Switcher sind und gleichzeitig zu gleicher Seite switchen wollen? *grusel*...

frau: hallo clu! vielen dank fĂĽr den artikel ĂĽber s switchen - dem kann ich nur voll zustimmen die meisten menschen...

Das erste Mal: Eine Begegnung mit der Peitsche (16)

Clu: @Oleg: Deine gute Absicht in allen Ehren, aber den Umgang mit Schlaginstrumenten muss man m.E. nicht unbedingt...

Oleg: Nein, ich glaube nicht dass es so interessant wird zu beschreiben wie der dominante Mann seine erste BerĂĽhrung...

DemĂĽtigung im BDSM - eine Interpretation (10)

Clu: Ich freue mich, dass es Menschen gibt, die mit diesen Texten was anfangen können. Grad bin ich schreibmäßig...

Warum Unterwerfung?? (11)

Clu: @Jana: Keinen Text kann man absolut setzen - auch diesen nicht! :-) Auch in DS-Beziehungen restauriert sich...

IMMER in der Rolle oder nur während der Session? (1)

Lady Jana: sehr realistisch geschrieben, ich fĂĽhle sehr ähnlich… Danke Dir fĂĽr die präzise Formulierungen!