Vom Yoga der dunklen Erotik: Alle Beiträge in diesem Blog handeln von einvernehmlichem SM: physische und psychische Praktiken, die zur beiderseitigen Lust im erotischen Kontext inszeniert und erlebt werden.

Beiträge aus dem November 2006:

BDSM als Yoga: Vom Ende der Machtlosigkeit

November 28th, 2006 Clu Maria

Yoga ist nicht nur Gymnastik, wie viele glauben, sondern eine Übungsmethode zur Erforschung der Frage “wer bin ich?”. Wer sich auf diese Praxis einlässt, lernt beobachtend den Zusammenhang zwischen Körper, Geist und Psyche kennen: Wie das Denken die Gefühle beeinflusst und umgekehrt, wie die Körperspannung und Haltung auf beides einwirkt, welchen Anteil die “Bewertungen im Kopf” am Empfinden von Schmerzen haben, und vieles mehr.

Wer lange Yoga gemacht hat, kann gar nicht anders, als auch BDSM-Erlebnisse genau so zu betrachten: Einerseits bin ich die Person, die im Geschehen aufgeht, die agiert und reagiert, wie es die Gefühle gerade nahe legen - andrerseits bin ich immer auch die Beobachterin, die all das registriert, ohne es zu bewerten.

Geistige Fesseln: vom Standardprogramm im Kopf

November 22nd, 2006 Clu Maria

Immer wieder staune ich darüber, wie behindernd das “Standard-Programm” im Kopf doch sein kann - und das sogar wenn man von sich glaubt, es lange schon auf dem Müllhaufen der persönlichen BDSM-Geschichte entsorgt zu haben!

Was ich damit meine? Nun, das Konglomerat aus Regeln und Verhaltensweisen, aus Erwartungen und Pflichten, das in unzähligen Foren und Webseiten, in Büchern und Gesprächen tausendfach kolportiert wird: Dom sagt an, Sub gehorcht, Dom ist aktiv, Sub ist weitgehend passiv, agiert nur auf Befehl. Sub fordert nicht und kritisiert nicht, das könnte ja als “Topping from the Bottom” ankommen und Dom zum bloßen “Wunscherfüller” degradieren. Dom macht das Programm, Dom inszeniert die Session, von Dom gehen alle Aktivitäten aus, Sub verzehrt sich allenfalls in Sehnsucht und Verlangen, zeigt aber nie ihre Enttäuschung, wenn nicht geschieht, was sie sich ersehnt - schließlich soll doch ER voll und ganz Herr der Lage sein und nicht etwa von Sub in Bewegung versetzt werden.


Letzte Kommentare:

Dominanz und Unterwerfung: Die begeisterte Sub (19)

lina: Hallo Clu, wir sind ein Paar, das sich grade erst seine Neigungen (D/S) gegenseitig gestanden hat, und die...

sugarandspicebaby: Liebe Clu Und wieder mir aus der Seele gesprochen. Genau das, worum ich auch gerade ringe-meine...

Wieviel dominanter Egoismus ist ok? (1)

mmmarie: Hallo Clu Maria, das ist ein wundervoller Artikel. Dem ist nichts hinzuzufügen. Du sprichst ein Thema an,...

Einfach leiden (4)

Marvelous: Ich hab zum selben Thema einen persönlichen Beitrag geschrieben, weil es auch mich beschäftigt. Die...

Briseis: Danke liebe Clu, besonders der Abschnitt über die dukle Seite erklärt doch einiges! So eine Art eintauchen...

Das erste Mal: Eine Begegnung mit der Peitsche (28)

Roman: Ich finde diese Beschreibung Eurer Session wirklich außergewöhnlich. Vielleicht erscheint mir das auch...

Demütigung - wer mag denn sowas? (3)

marc: Als Sklave habe ich schon so manche Demütigung erlebt und es gehört zum SM den “kick” durch...

BDSM - Vom Spiel mit den Schattenseiten der Psyche (6)

sugarandspicebaby: Ein wunderbarer Artikel. Bin vor kurzer Zeit erst über meine Leiden-Schaften gestolpert und...

Dominanz und Unterwerfung: Vom Nutzen konsensueller Hierarchie (18)

Clu: Glückwunsch, Petra! :-) Und schau gern auch in zwei, drei Jahren nochmal rein! Dann wirst du mit hoher...

Petra: Jahre später.. kein Eintrag seit 2007, wo doch dieser Beitrag zum Thema wirklich einer der ganz besonders...