Vom Yoga der dunklen Erotik: Alle Beiträge in diesem Blog handeln von einvernehmlichem SM: physische und psychische Praktiken, die zur beiderseitigen Lust im erotischen Kontext inszeniert und erlebt werden.

Beiträge aus dem Juni 2006:

Blinddate

Juni 21st, 2006 Clu Maria

Dies ist die erste Geschichte eines Gastautors in diesem Blog - ich danke ‘Ästhet’ für die Erlaubnis, den beeindruckenden Text hier auszustellen!

„Bin ich schön?“, hatte sie mich gefragt und dabei das „ö“ provozierend in die Länge gezogen. „Bin ich schön?“
Ich habe nicht geantwortet, weil ihr Gesicht von einer Ledermaske verborgen war, die bis zu ihrem Hals reichte. Außerdem war es dunkel im Zimmer, sodass ihr Kopf nur schemenhaft erkennbar war. Lediglich eine Wandleuchte warf den Lichtkegel auf ihren nackten Körper, lenkte meine Augen auf ihre Brüste, auf das zarte helle Weiß ihrer Haut, auf die stählernen Ringe an ihren erdbeerroten Warzen. „Bin ich schön?“, hatte sie gefragt – so sanft, dass es mir tief ging und mein Schwanz allein durch den Klang ihrer Stimme erigierte.

SM und Endorphine

Juni 16th, 2006 Clu Maria

vom masochistischen “Fliegen”

KlammerorgieLange glaubte ich, zum Masochismus müsste man “veranlagt” sein und beneidete die so Geborenen um ihre Fähigkeit, Schmerzen zu genießen. Selbst war ich nicht dazu im Stande. Wenn es weh tat, tat es weh und es gab nur die Möglichkeit, die Situation mittels “Lust an der Machtlosigkeit” zu erotisieren.

Warum Unterwerfung??

Juni 15th, 2006 Clu Maria

In diesem Beitrag spreche ich von Mann und Frau als Dom und Sub, da mir diese Konstellation am nächsten liegt und sich die geschilderte Beziehungsdynamik auch nur hier so darstellt. Männliche Subs (MaleSubs) werden sich jedoch ebenfalls in einigem wieder finden und mögen mir den Verzicht auf sperrige “mehrgeschlechtliche” Formulierungen verzeihen!

Es gibt nicht wenige Menschen mit SM-Fantasien, die vor allem mit einem Aspekt der “dunklen Neigungen” ein Problem haben: Dominanz und Unterwerfung. Wer im Netz die einschlägigen Seiten aufsucht, die Foren und Chats erkundet, sieht mit Staunen, dass es von Herren und Sklavinnen, “Doms” und “Subs” nur so wimmelt. Gestandene Frauen und Männer sehen sich als “Eigentum” eines anderen Menschen; man liest von Gehorsam, Erziehung und Strafe, und mancher mag sich fragen, ob die alle noch ganz richtig ticken. Schließlich ist die Sklaverei lange abgeschafft, um die Gleichberechtigung der Frau wurden heftige und glücklicherweise erfolgreiche Kämpfe geführt. Die Überwindung des Feudalismus und die Einführung der bürgerlichen Rechte kostete unzählige Leben, doch zweifelt eigentlich niemand daran, dass die Eindämmung der willkürlichen Macht des Menschen über den Menschen eine Sache ist, für die kaum ein Preis zu hoch erscheint. Was also bewegt so viele dazu, sich im SM-Kontext anderen zu unterwerfen?

Die dunklen Seiten der Neigung

Juni 10th, 2006 Clu Maria

Da es gesellschaftlich noch immer anrüchig ist, sich zu SM zu bekennen, neigen (fast) alle, die es leben, dazu, stets nur die positiven, bereichernden und beglückenden Seiten der je eigenen Neigung zu rühmen und zu loben. Gar nicht wenige sind dabei auch noch überzeugt, “etwas Besseres” zu sein als die “Normalen”, die man sich nur noch als gelangweilte, in erotischer Routine erstarrte Menschen vorstellt, die es halt nicht besser wissen, bzw. nicht anders können.

Lange sah ich die Dinge ähnlich einseitig: die “dunkle Erotik” ist ja so spannend, vielfältig und faszinierend! Wer sich lange im “Kopfkino” aufgehalten hat und dann endlich damit beginnt, den Abenteuerspielplatz BDSM aktiv zu erforschen, hat allen Grund, hin und weg zu sein. Endlich ist man FREI von einengenden Vorstellungen, weg von der Sklaverei des normierten sexuellen Aktes (Vorspiel, Vereinigung, Orgasmus, Nachspiel), angekommen im Reich der Freiheit, wo alles möglich scheint, was Lust und Freude macht - wie wunderbar! In meinem Text “BDSM ist….” fasste ich einst meine Begeisterung in Worte - und stehe noch immer hinter jedem einzelnen Satz!


Letzte Kommentare:

Sich wandelnde Motive zur “Lust am Schmerz” (3)

Clu: Aus meiner Sicht kann Kathasis kein ZIEL sein, sondern ERGIBT sich bei entsprechender Einstellung und Verfassung...

Lady Jana: Neulich hab ich ein Mittel gegen Migräne “erfunden” - die Hände eine Weile unter relativ...

Lady Jana: > Allerdings hat sich durch die “Spielerfahrungen” meine Fähigkeit, Schmerzen zu neutralisieren...

Angst vor Switchern? (2)

Lady Jana: ja, und was passiert wenn beide Switcher sind und gleichzeitig zu gleicher Seite switchen wollen? *grusel*...

frau: hallo clu! vielen dank fĂĽr den artikel ĂĽber s switchen - dem kann ich nur voll zustimmen die meisten menschen...

Das erste Mal: Eine Begegnung mit der Peitsche (16)

Clu: @Oleg: Deine gute Absicht in allen Ehren, aber den Umgang mit Schlaginstrumenten muss man m.E. nicht unbedingt...

Oleg: Nein, ich glaube nicht dass es so interessant wird zu beschreiben wie der dominante Mann seine erste BerĂĽhrung...

DemĂĽtigung im BDSM - eine Interpretation (10)

Clu: Ich freue mich, dass es Menschen gibt, die mit diesen Texten was anfangen können. Grad bin ich schreibmäßig...

Warum Unterwerfung?? (11)

Clu: @Jana: Keinen Text kann man absolut setzen - auch diesen nicht! :-) Auch in DS-Beziehungen restauriert sich...

IMMER in der Rolle oder nur während der Session? (1)

Lady Jana: sehr realistisch geschrieben, ich fĂĽhle sehr ähnlich… Danke Dir fĂĽr die präzise Formulierungen!