Vom Yoga der dunklen Erotik: Alle Beiträge in diesem Blog handeln von einvernehmlichem SM: physische und psychische Praktiken, die zur beiderseitigen Lust im erotischen Kontext inszeniert und erlebt werden.

Beiträge aus dem Mai 2006:

Gewisse Stunden und das Echte

Mai 30th, 2006 Clu Maria

SIE fühlt sich submissiv – in gewissen Stunden: nämlich dann, wenn ER sein Recht einfordert, sie zu seiner Lust zu benutzen, was wiederum ihr eine Lust ist. Wenn er sie mit diesem ganz bestimmten Blick ansieht, dem sie sich nicht entziehen kann, nicht entziehen will. Wenn er ihr mit knappen Worten Befehle gibt, sie fordert, ihr Dinge sagt, die sie erröten lassen – wenn er mit ihr all das tut, was er will, auch wenn es ihr mal nicht gefällt. Es gefällt ihr, dass es so ist, denn sie ist submissiv – in gewissen Stunden.

In den anderen Stunden ist sie anders: nämlich gar nicht submissiv. Da managt sie ihren Laden, sagt, wo es lang geht, steht ihre Frau – niemand kommt auf die Idee, ihr die Butter vom Brot zu nehmen. Klar doch, sie ist eine rundum kompetente und selbstbewusste Frau, die im Leben gut zu Recht kommt.

Applaus von allen Seiten!
So ist es - so soll es sein!

Ein Idiot, der glaubt, eine Sub sei ein armes Würstchen, das stets der Führung und Leitung bedürfe und nicht ohne Vaterfigur leben könne!

*

ER fühlt sich dominant – in gewissen Stunden: nämlich dann, wenn er sein Recht einfordert, sie zu seiner Lust zu benutzen, was wiederum ihr eine Lust ist. Wenn sie ihn mit diesem bestimmten Blick ansieht, der ihm sagt: mach mit mir, was du willst, ich gehöre dir! Wenn er ihr dann mit knappen Worten Befehle gibt, sie fordert, ihr Dinge sagt, die sie erröten lassen – wenn er mit ihr all das tut, was er will, auch wenn es ihr mal nicht gefällt. Er genießt es, dass es so ist, denn er ist dominant – in gewissen Stunden.

In den anderen Stunden ist er anders: nämlich nicht besonders dominant. Da lässt er gern fünfe grade sein und schiebt eher eine ruhige Kugel – in der Ruhe liegt die Kraft! Er sagt, was er denkt, wenn er gefragt wird, ansonsten bleibt er lieber im Hintergrund. Macht, Status, Karriere – das interessiert ihn nicht so. Er braucht seine Zeit für die schönen Dinge im Leben.

Kopfschütteln von allen Seiten!
Das gibt es nicht, darf es nicht geben!

Ein Idiot, der glaubt, mann könne zu „gewissen Stunden“ dominant sein! Das ist doch NICHT ECHT, ist nur aufgesetztes dominantes “Gehabe”! MANN gibt doch seine Dominanz nicht an der Tür ab oder zieht sie an wie einen Mantel für besondere Gelegenheiten. Mann HAT es oder eben nicht – da gibt es nix zu deuteln! Alles andere ist THEATER, ist „bloß gespielt“ – und wer sowas ernst nimmt, ist selber nicht echt.

(inspiriert durch so manche ins widersprüchlich Absurde führende Diskussion zum Thema „Dominanz“, wie man sie in SM-Foren immer mal wieder liest)

Zur Halbwertszeit von SM-Beziehungen

Mai 17th, 2006 Clu Maria

KussSind SM-Beziehungen weniger stabil als “normale”? Es scheint so: die ewige Suche nach der Umsetzung der je eigenen Fantasien (Kopfkino) treibt viele in den schnellen Partnerwechsel. Das Netz scheint es möglich zu machen, schon mit dem nächsten Mausklick die Partnerin/den Partner zu finden, der endlich alle Wünsche und Träume wahr macht. Bis sich auch mit dem neuen Gegenüber heraus stellt, dass “es doch nicht so passt”. Geduld, langsamens Kennen-lernen, um eine Beziehung kämpfen scheint für viele nicht attraktiv - warum ist das so?

Was ist Kopfkino?

Mai 12th, 2006 Clu Maria

Im Kopfkino zeigt die Psyche Filme von dem, was im Leben fehlt. Es kommt dabei aber nicht auf die konkreten Bilder an, sondern auf die Gefühle, die mittels dieser Bilder erlebt werden. Es sind Gefühle, die aus verschiedensten Gründen im bewussten Alltag erfolgreich gemieden werden (man ist ja so cool!) - und/oder bei manchen auch Gefühle, die in früheren Jahren allzu leidvoll und intensiv erlitten wurden und DESHALB auf die Giftliste der persönlichen Lebensdisziplin gekommen sind.

Switchen - Einstellung oder Laune?

Mai 11th, 2006 Clu Maria

In einem großen SM-Forum berichtete eine Frau davon, dass ihr bisher rein dominanter Partner zunehmend submissive Züge und Verhaltensweisen zeigt. Sie selbst ist “Switcherin”, lebt also erotisch sowohl ihre dominante, als auch ihre Sub-Seite - wenn auch bisher nicht beides mit diesem Partner, für den sie ausschließlich “Sub” ist.


Letzte Kommentare:

Sich wandelnde Motive zur “Lust am Schmerz” (3)

Clu: Aus meiner Sicht kann Kathasis kein ZIEL sein, sondern ERGIBT sich bei entsprechender Einstellung und Verfassung...

Lady Jana: Neulich hab ich ein Mittel gegen Migräne “erfunden” - die Hände eine Weile unter relativ...

Lady Jana: > Allerdings hat sich durch die “Spielerfahrungen” meine Fähigkeit, Schmerzen zu neutralisieren...

Angst vor Switchern? (2)

Lady Jana: ja, und was passiert wenn beide Switcher sind und gleichzeitig zu gleicher Seite switchen wollen? *grusel*...

frau: hallo clu! vielen dank fĂĽr den artikel ĂĽber s switchen - dem kann ich nur voll zustimmen die meisten menschen...

Das erste Mal: Eine Begegnung mit der Peitsche (16)

Clu: @Oleg: Deine gute Absicht in allen Ehren, aber den Umgang mit Schlaginstrumenten muss man m.E. nicht unbedingt...

Oleg: Nein, ich glaube nicht dass es so interessant wird zu beschreiben wie der dominante Mann seine erste BerĂĽhrung...

DemĂĽtigung im BDSM - eine Interpretation (10)

Clu: Ich freue mich, dass es Menschen gibt, die mit diesen Texten was anfangen können. Grad bin ich schreibmäßig...

Warum Unterwerfung?? (11)

Clu: @Jana: Keinen Text kann man absolut setzen - auch diesen nicht! :-) Auch in DS-Beziehungen restauriert sich...

IMMER in der Rolle oder nur während der Session? (1)

Lady Jana: sehr realistisch geschrieben, ich fĂĽhle sehr ähnlich… Danke Dir fĂĽr die präzise Formulierungen!