Vom Yoga der dunklen Erotik: Alle Beiträge in diesem Blog handeln von einvernehmlichem SM: physische und psychische Praktiken, die zur beiderseitigen Lust im erotischen Kontext inszeniert und erlebt werden.

Beiträge aus dem November 2005:

Ohne Nähe kein Gelingen: vom Absturz

November 30th, 2005 Clu Maria

Manchmal staune ich darüber, was so manche Einsteigerinnen (und nicht nur sie!) zu ertragen bereit sind, bevor sie sich auf sich selbst besinnen und zu einer erfüllenden Praxis finden.

Gerade las ich vom Erleben einer 18-Jährigen, die in ihren Sessions regelmäßig einen Absturz in die Leere erlebt: plötzlich sind die Gefühle weg, Worte verlieren jeglichen Sinn, lösen jedenfalls keine innere Resonanz mehr aus - inmitten äußerer Zweisamkeit bricht Einsamkeit auf, wie sie schlimmer nicht sein könnte und zu der sich die beiden Beteiligten ratlos verhalten, sofern überhaupt ein Austausch darüber stattfindet.

IMMER in der Rolle oder nur während der Session?

November 28th, 2005 Clu Maria

Ich halte es für eine oberflächliche Betrachtungsweise, zu glauben, das jeweilige “Rollenfeeling” als Dom/DommĂ© oder Sub sei entweder IMMER da, sei GANZ ERNST, sehr real, Lebensstil-begründend, 24 mal 7 Stunden aktiv - ODER eben nur in der Session virulent, nicht so richtig ernst, zeitlich eng begrenzt, mehr oder weniger ein “Spiel”.

BDSM und Kommerz

November 26th, 2005 Clu Maria

Immer wieder erregt es die Gemüter, wenn Szene-Medien und Communities “kommerziell werden”. Plötzlich gibt es Premium-Dienste, kostenpflichtige Mitgliedschaften, mehr Werbung und allerlei Angebote rund ums “Eigentliche”. Böse, böse, böse???

“Wenn auf den Seiten Filme, Bilder usw. über eine kostenpflichtige Mitgliedschaft bereitgestellt werden, dann unterstelle ich dem Ganzen einfach mal einen rein kommerziellen Zweck, der dazu dient, andere abzuzocken, auch wenn vielleicht sogar ganz lautere Gedanken dahinterstecken.”

Das ist so ein typischer Satz (aufgepickt im Bondage-Forum), der das ganze ambivalente Verhältnis zum Kommerziellen ausdrückt, das für DE so typisch ist. Geld verdienen ist “unlauter”! Kein Wunder, dass wir wirtschaftlich nachhaltig stagnieren und nur die Konzerne noch global Geschäfte machen, wir zuhause aber nicht.

Leiden ist aktives Tun

November 24th, 2005 Clu Maria

Blinde SeherinWas ich in einer Session erlebe, hängt nicht allein davon ab, wie Top mich “behandelt”, sondern auch davon, wieviel Energie ich ins Geschehen mitbringe. Gefühle und Empfindungen verändern sich, wenn Sub müde und erschöpft ist, oder - und das ist das Spannende - sie kommen gar nicht erst auf!

Jedem ist unmittelbar nachvollziehbar, dass man Energie aufwenden muss, um z.B. ein Gewicht zu heben. Dass es aber auch Kraft kostet, sich zu erregen, zu ärgern, sich gedemütigt zu fühlen, genervt zu sein, geil oder wütend zu werden, fällt üblicherweise nicht so ins Auge, denn wir gehen in diesen Gefühlen ja meist ganz auf, sind voll mit ihnen identifiziert.

Seitenwechsel - vom Switchen

November 15th, 2005 Clu Maria

zaertlicher KussSeit mein Liebster und ich gelegentlich switchen, haben wir eine ganz neue Dimension des Erlebens gemeinsam: wir LERNEN voneinander - und das ist supertoll! Neulich sagte er lachend zu mir, ich hätte wohl Kontakt zu “besseren Subs” gehabt, ich sei ja heute so folgsam und engagiert, wie es sonst gar nicht meine Art sei! Die Sub, die ich gerade war, schlug verschämt die Augen nieder - er hatte ja so recht! :-)

Lust auf erotische Dominanz

November 13th, 2005 Clu Maria

*Im Bondage-Forum ist mir heute die Frage begegnet, was denn die Lust auf der dominanten Seite ausmache. Viele, die ausschließlich ihre submissive Seite leben, mögen sich das fragen, denn auf den ersten Blick hat es Sub so richtig gut, kann sich fallen lassen, muss sich um nichts kümmern - und Dom/DommĂ© hat die ganze “Arbeit”.

Tja, was ist es also?
Als Switcherin dominiere ich nur gelegentlich, obwohl mir beide Seiten Freude machen. Das liegt vermutlich daran, dass ich in meinem Alltag als Freiberuflerin fortwährend dominieren muss - mich selbst zuvorderst, aber auch die Kunden (eher subtil…), manchmal einen Subauftragnehmer (ja, das ist dann ein “Alltags-Sub”! :-) und eigentlich alle, von denen ich etwas will, bzw. die ich brauche, um gesteckte Ziele zu erreichen.

Mehr als eine Beziehung ?

November 9th, 2005 Clu Maria

Aus einem Mailinglistengespräch:

Zwei Beziehungen, wenn’s denn nicht anders klappt, kann ich mir
heute gut vorstellen. Natürlich muß der Partner schon viel
Toleranz zeigen und sich der Liebe des anderen sicher sein,
denn es geht um starke Gefühle, die ich mit beiden austausche.

Ich finde Menschen wunderbar, die es vermögen, mit mehreren
Anderen starke Gefühle auszutauschen. Im Grunde glaube ich immer
noch daran, dass das zum natürlichen Potenzial ALLER Menschen
gehört.

Was BRINGT Bondage???

November 8th, 2005 Clu Maria

in FesselnDas ist sehr verschieden, je nachdem, wie und mit welchem Ziel man fesselt, bzw. gefesselt wird. Viele fesseln ausschließlich als Fixierung, um dann “zur Sache zu kommen” - es gibt aber viel MEHR Möglichkeiten, das Spiel mit den Seilen zu genießen:

Wie dominant darf MANN sein?

November 7th, 2005 Clu Maria

Ist ein Mann nur dann ein “ganzer Mann”, wenn er auch im Alltag dominiert? Dominanz gehört immer noch zum Männlichkeitsideal, obwohl die Frauenbewegung seit den 70gern Erfolg damit hatte, zumindest Dominanz gegenüber Frauen gesellschaftlich zu ächten. In der Lustschmerz-Mailingliste hat mal jemand die seither gefühlte Ambivalenz so formuliert: “Ein Mann wird heutzutage schief angeblickt, wenn er gegenüber Frauen dominant auftritt. Aber er wird auch richtig fertig gemacht, wenn er den Anschein erweckt, nicht ’seinen Mann zu stehen’ “.

Selbst die Göttin sein

November 5th, 2005 Clu Maria

*Ich bin offenbar immer noch nicht im Stande, mit dem Sonnenuntergang auch alleine glücklich zu sein, ganz darin aufzugehen, ohne dass etwas fehlt. Der ANDERE, der ihn mir zeigt, ist irgendwie wunderbarer. Durch ihn und mit ihm erfahre ich “die oberen Ebenen” - alleine nicht.

Ist das der “Fluch des Frau Seins?” Immer dem Mitmenschen, zuvorderst dem geliebten MANN zugewendet sein? Sich alleine nicht vollständig fühlen?

Dann wäre meine wiederkehrende Idee: Davon muss/sollte ich weg kommen (um alleine in die Sonne zu sehen und nichts fehlt - wie dem Heiligen auf dem Berge etc.) ein Fehlweg!


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