Vom Yoga der dunklen Erotik: Alle Beiträge in diesem Blog handeln von einvernehmlichem SM: physische und psychische Praktiken, die zur beiderseitigen Lust im erotischen Kontext inszeniert und erlebt werden.

Beiträge aus dem Oktober 2005:

Bondage nicht “sadomaso” ?

Oktober 28th, 2005 Clu Maria

Immer noch gibt es nicht wenige Freunde des erotischen Fesselns, die sich von “sadomaso” und allem, was mit Schmerz oder gar UNTERWERFUNG zu tun hat, scharf abgrenzen.

Ich halte das für bloße Abwehr gegenüber Gefühlen und Empfindungen, die nicht ins eigene Selbstbild passen und deshalb aus dem, was man zugegebenermaßen lustvoll genossen wird, definitorisch ausgegrenzt wird.

Von den Wurzeln der Neigung

Oktober 19th, 2005 Clu Maria

Warum jemand Sadomasochist wird und ob das etwas mit der Kindheit zu tun habe, wird immer wieder gerne gefragt. Und jedes Mal stellt sich heraus: eine “allgemeine” Antwort gibt es nicht. Nicht wenige hatten als Kind Schmerz-, Gewalt- und Demütigungserlebnisse, doch viele andere erinnern sich an nichts dergleichen. Unter den Betroffenen meinen die einen, dass da vielleicht ein Zusammenhang bestünde, die anderen lehnen diese Möglichkeit vehement ab - manchmal zu vehement, um glaubhaft zu sein. Mir war immer klar, DASS meine Neigung etwas mit der Kindheit zu tun hat - aber ich wollte auch wissen, WAS!

Vom Yoga der dunklen Erotik

Oktober 13th, 2005 Clu Maria

Wieso Yoga? Du fragst dich, was das mit BDSM zu tun hat? Für mich eine ganze Menge!

Ich hatte das Glück, vor vielen Jahren einen Lehrer zu finden, der mir durch seinen vom ZEN inspirierten Yoga eine neue Weise des In-der-Welt-Seins vermittelt hat. Die langjährige Praxis hat mich so verändert, dass ich gar nicht mehr anders kann, als jegliche “ganzleibliche” Erfahrung - auch die im BDSM - zu betrachten wie eine Yoga-Asana: Als Methoden der Selbsterfahrung und Selbsterkenntnis, die dazu heraus fordern, das (üblicherweise in Verspannungen, Blockaden, eingefleischten Fehlhaltungen und Routinen erstarrte) Zusammenwirken von Körper, Geist und Psyche zu erhellen und zu harmonisieren.

Angst in Fesseln - eine Streckfesselung

Oktober 5th, 2005 Clu Maria

Ich habe seit ein paar Monaten Haken in der Wand, um allerlei Fesselungen machen zu können, die eine Fixierung an externen Strukturen brauchen. Auch zwei nahe am Boden, an einander gegenüber liegenden Wänden.

Eines Tages fesselte mich mein Spielgefährte zum ersten mal in eine Streckung - ich präferiere bei all diesen Spielen immer schon eher “Engfesselungen”, alles, was mich spreizt und streckt, was die Vorderseite dem Zugriff öffnet, mag ich weniger, es ist jedenfalls nicht das, was noch leicht erotische Feelings zulässt - eben WEIL zu angstbesetzt. Ich erinnere mich, dass es vor Jahren sogar noch problematisch war, mich ruhig auf dem Rücken liegend von einem Mann über die Brust streicheln zu lassen… (lag er dann auf mir, was das Problem weg, da die Vorderseite ja nicht mehr “offen” lag).

Demütigung - wer mag denn sowas?

Oktober 5th, 2005 Clu Maria

Die Demütigung ist auf der psychischen Ebene das, was Schmerz auf der physischen ist: etwas, das wir normalerweise ablehnen, vermeiden, fliehen oder bekämpfen.

Für mich ist es das Wesen der dunklen Erotik, dass das Abgelehnte im lustvollen Kontext gesucht, ja, als “geiler Kick” erlebt wird. Angslust, Lustschmerz - Lust an Demütigung und Machtlosigkeit - man denke nur daran, dass ohne Provokation & “Strafe” für manche nichts geht.


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